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Wie Gebäude uns steuern.

Sie fahren an den Urlaubsort Ihrer Kindheit, Sie kehren in Ihr Jugenddorf und Elternhaus zurück, nach einem langen Urlaub sitzen Sie wieder an Ihrem Arbeitsplatz, und plötzlich stecken Sie mitten drinnen in den eigentlich doch schon vergangenen Emotionen.

Warum diese alten Gefühle? Sie haben sich doch weiter entwickelt, sind gereift, vieles in Ihnen hat sich verändert und doch drängelt sich die Erinnerung in den Vordergrund, beeinflusst Ihre Stimmung, sogar Ihre Körperhaltung passt sich an. Niemand fragt Sie, ob sie das wollen, das passiert ganz von alleine, denn mit dem Ort ist so viel verbunden.

Schön, wenn es beschwingende Erinnerungen sind. Der lange Esstisch im Elternhaus, an dem Sie so vielen interessanten Gesprächen folgten. Es reicht Ihre Vorstellung, um den würzigen Duft des Tisches zu riechen und das satte Holz wahrhaftig zu spüren. Und noch bevor sie das Parkett betreten, hören sie schon das Knarzen der Holzlatte, die immer etwas wackelte. So jagt eine Erinnerung die andere.

Unangenehm, wenn Sie weniger schöne Erinnerungen mit Orten verbinden. Automatisch kochen leider auch die negativen Emotionen hoch. Es kostet Kraft, diese Orte in unserer Vorstellung neu zu gestalten. Manchmal mag das auch nicht gelingen, sodass wir diese Orte dann lieber meiden.

Es macht also durchaus Sinn, die Frage zu stellen, wie sehr sich Gebäude, Räume oder Materialien auf unser Leben auswirken, welche Emotionen sie hervorrufen. Gerade wenn Sie neu gestalten, ist die Frage nach dem „Was tut mir gut?“ langfristig ganz entscheidend.

Räume und Materialien verbinden wir unweigerlich mit Emotionen und Erfahrungen, ausgelöst durch Gerüche, Materialeigenschaften, Menschen und erlebten Geschichten. Erinnernungen verbinden wir immer mit Bildern. Wenn Sie sich an Ihre Schulzeit zurück erinnern, dann wissen Sie sicher noch wie das Klassenzimmer aussah, Stühle, Tische und Tafel. In dies Szene stecken Sie die Gestalt Ihrer Lehrerin oder Ihres Lehrers und erzählen/erinnern dann eine Geschichte. Räume sind die Anker unserer Erinnerung und vermischen sich mit unserer Wahrnehmung.

Wir nehmen die ganze Komplexität, die wir über all unsere Sinne wahrnehmen in unsere Erinnerung auf und speichern diese Erfahrungen. Diese Erinnerungen sind ganz individuell zusammengestellt, ein richtig oder falsch existiert nicht.

Schon ganz früh haben Sie gelernt, wie sich Oberflächen anfühlen, wie diese riechen und schmecken. Ein Stahlhandlauf ist hart und kalt, dagegen fühlt sich Holz warm an. Diese Erfahrungen helfen und schützen uns.

Sie wissen, dass Sie sich ins weiche Bett fallen lassen können, wohingegen das bei einer Holzbank unangebracht wäre, das haben Sie zum Glück gelernt und gespeichert.

Ganz abstrakt gesehen sind Räume, Plätze, Restaurants, Arbeitsplätze nur eine definierte Ansammlung von Quadratmetern. So werden diese, leider oft nur ausschließlich unter diesem Aspekt, gesehen beauftragt, gebaut, ge- oder verkauft.

Unsere Wahrnehmung ist aber eben wesentlich komplexer, sonst würde es keinen Unterschied machen, ob Sie am Markusplatz in Venedig stehen oder aber im Bahnuntergrund am Stachus in München. Materialien, Luft, Licht, Proportionen etc., all diese Informationen wirken auf uns mehr unterbewusst als bewusst.

Langfristig gibt es aber keine isolierte rationale Betrachtung eines Ortes. Wie wir unser Umfeld gestalten, an welchen Orten wir uns aufhalten hat immer Einfluss auf unsere Wahrnehmung, unsere Emotionen und schließlich auf unsere Erinnerung.

Der entscheidende individuelle Filter Ihrer Wahrnehmung sind Sie selbst.

Der Soziologe Henri Lefebvre beschreibt, dass wir zum einen über unser eigenes Vorstellungsvermögen Räume, Städte selbst produzieren und reproduzieren und dass wir diese über soziale Interaktion innerhalb dieser Räume ganz individuell wahrnehmen.

Orte werden demnach zu Ankerpunkten unserer Erinnerung und sind die äußeren Begleiter, mit denen wir unsere sozial erlebten Interaktionen verbinden.

Insofern sind wir bei der Gestaltung unseres Umfeldes besonders in der Verantwortung, sehr sensibel und bewusst mit uns selbst und der Wirkung unserer gebauten Umwelt umzugehen.

Sind die gesetzten Ankerpunkte negativ besetzt, dann sollten Sie schnell etwas an Ihrem Umfeld ändern.

Die Tatsache, dass wir unser Umfeld meist nur unterbewusst wahrnehmen, bedeutet nicht, dass dieses keine Wirkung hat. Um so wichtiger ist es, aufmerksam zu sein, welche Bedeutung und Wirkung Räume, Materialien, Farben auf Sie individuell haben und wie sie Ihre Emotionen, Gesundheit und Lebensgefühl beeinflussen.

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